Symptome bei Mukoviszidose
Lesedauer: 4 Minuten
Der Verlauf der Mukoviszidose und damit auch die Symptome können sehr unterschiedlich sein.
Die Beschwerden werden vorwiegend durch den zähen Schleim verursacht. Am häufigsten betroffen sind1
- die Atemwege, insbesondere die Lunge
- das Verdauungssystem, besonders die Bauchspeicheldrüse und der Darm.
Symptome bei Mukoviszidose
Lesedauer: 4 Minuten
Der Verlauf der Mukoviszidose und damit auch die Symptome können sehr unterschiedlich sein.
Die Beschwerden werden vorwiegend durch den zähen Schleim verursacht. Am häufigsten betroffen sind1
- die Atemwege, insbesondere die Lunge
- das Verdauungssystem, besonders die Bauchspeicheldrüse und der Darm.
Was sind die Symptome der Atemwege?1,2
Durch die zähflüssige Konsistenz des Schleims in der Lunge kann dieser nicht gut abtransportiert bzw. abgehustet werden. Zusätzlich ist die Selbstreinigungsfunktion der Lunge, die sogenannte mukoziliäre Clearance, gestört. Dadurch kann es zu einem Husten kommen und Patient*innen können Atemnot, eine dauerhaft eingeschränkte Lungenfunktion und ein erhöhtes Infektionsrisiko haben.
Wiederkehrende, also chronische Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder anderen Krankheitserregern können zu dauerhaft entzündeten Atemwegen führen. Durch diese Belastung kann es langfristig zu der Zerstörung der Struktur des Lungengewebes kommen. Atemnot und eine Sauerstoffunterversorgung des Körpers können sich u. a. in der Ausbildung von sogenannten Uhrglasnägeln und Trommelschlägelfingern (Verformungen und Verdickungen der Fingernägel) zeigen.
Neben der Lunge sind oft auch die Nasennebenhöhlen von chronischen bakteriellen Infektionen mit verstopfter Nase und Schnupfen betroffen.
Mehr Informationen zu Infektionen sowie passenden Tipps zu einer guten Hygiene findest du hier.
Welche Symptome des Verdauungssystems gibt es?1,2
Bei vielen Menschen mit Mukoviszidose ist die Funktion der Bauspeicheldrüse eingeschränkt. Dadurch können Verdauungsenzyme nicht mehr ausreichend in den Darm gelangen. Dies führt dazu, dass die Nahrung nicht vollständig verdaut und Nährstoffe nicht in ausreichenden Mengen aufgenommen werden können. Die Folgen können sein:
- fettiger und übelriechender Stuhl
- Durchfall
- Verstopfung
- Darmverschluss (distales intestinales Obstruktionssyndrom, DIOS, in schwerwiegenden Fällen)
Dies kann in Kombination mit einem erhöhten Grundumsatz durch erhöhte Atemtätigkeit und Infektionen zu Mangelernährung führen. Damit einhergehend kann es zu folgenden Problemen kommen:
- Untergewicht
- Wachstumsstörungen (verzögerte Körperlängen- und -gewichtsentwicklung)
- Vitaminmangel, vorrangig der fettlöslichen Vitamine A, D, K und E
- Vitamin A3
Bei Vitamin A-Mangel können langfristig Sehstörungen auftreten. - Vitamin D4
Bei Vitamin D-Mangel, in Kombination mit einem Kalzium-Mangel, kann es zur Knochenerweichung (Rachitis) oder zum Knochenschwund (Osteoporose) kommen. Zu wenig körperliche Aktivität sowie eine geringe Sonnenlichtexposition können dies zusätzlich begünstigen. - Vitamin K5
Ein Vitamin K-Mangel kann eine erhöhte Blutungsneigung mit sich bringen.
- Vitamin A3
Weitere Symptome und Folgeerkrankungen
- Salzverlustsyndrom6
- Verminderte Fruchtbarkeit7
- CF-assoziierter Diabetes8
Die Schweißdrüsen von Menschen mit Mukoviszidose produzieren sehr salzhaltigen Schweiß, vor allem bei körperlichen Anstrengungen und Sport. Von einem Salzverlustsyndrom spricht man, wenn dem Körper durch Schwitzen zu viel Salz verloren geht. Salzverlust tritt u. a. auch bei Durchfall auf, was bei Menschen mit Mukoviszidose das Salzverlustsyndrom weiter verstärken kann.
Anzeichen können Muskelschwäche und -krämpfe, erhöhte Atemfrequenz, Zittern, Schwindel, Kopfschmerzen, Krampfanfälle und Bewusstseinstrübungen sein.
Mehr Informationen rund um Fruchtbarkeit, Schwangerschaft und Familienplanung findest Du hier.
Gibt es bereits Symptome im Säuglingsalter?9
Erste Anzeichen der Krankheit können sich schon kurz nach der Geburt zeigen. Frühe Symptome können sein:
- Darmverschluss (Mekoniumileus) zäher, klebriger und übelriechender fetaler Stuhl
- Durchfall und Blähungen
- ungewöhnlich salziger Schweiß, oft festgestellt durch die Eltern, die ihre Kinder küssen
- mangelndes Wachstum und Unterernährung trotz ausreichender Nahrungszufuhr aufgrund der Verdauungsstörung
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Referenzen
- Syunyaeva, Mall, Stahl. Mukoviszidose im Kindes- und Erwachsenenalter. Innere Medizin 6 2024, 65:539-544.
- Shteinberg et al. Cystic Fibrosis. Lancet Seminar 2021. Vol 397, Issue 10290:2195-2211.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin A. URL: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-vitamin-a/ (zuletzt aufgerufen am 12.06.2026)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D. URL: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-d/ (zuletzt aufgerufen am 12.06.2026).
- Oehme, Mühlenbeck, Schmidt, Hinkel. Pharmazeutische Zeitung. Ausgabe 31/2004. Vitamin K und seine Funktionen im Körper. URL: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/pharm7-31-2004/ (zuletzt aufgerufen am 12.06.2026).
- Declercq et al. Sodium Status and Replacement in Children and Adults Living with Cystic Fibrosis: A Narrative Review. Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics, 2020, 120:1517-1529.
- Iyer et al. Optimizing sexual reproductive health of men and women with cystic fibrosis: a systematic review. Journal of Cystic Fibrosis, 2024. 23:633-638.
- diabetesDE. Deutsche Diabetes Hilfe. Cystische Fibrose (Mukoviszidose). URL: https://www.diabetesde.org/lexikon/cystische-fibrose-mukoviszidose (zuletzt aufgerufen am 12.06.2026).
- Duong, Sellers. Cystic Fibrosis-Associated Gastrointestinal Disease in Neonates. Neoreviews 2023. 24(7):e414-e430.